
PArzL – Produktarchitekturen für zirkuläre Logistik
Die produzierende Industrie in Deutschland steht vor Herausforderungen durch Ressourcenknappheit und instabile Lieferketten. Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft bietet Chancen zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Reduzierung von Abhängigkeiten. Besonders KMU benötigen externe Expertise, um geeignete Strategien zu entwickeln und diese wirtschaftlich wirksam umzusetzen. Die Einführung zirkulärer Ansätze wie Wiederverwendung und Recycling führt zu neuen Anforderungen an die Logistik. Dabei gewinnt die Rückführungslogistik (engl. Reverse Logistics) an Bedeutung, da Produkte zurückgeführt und aufbereitet werden müssen, was neue Kostenstrukturen und Potenziale für KMU mit sich bringt.
Ziel des Forschungsprojektes ist es, bereits in frühen Phasen der Produktentwicklung die Auswirkungen von Produktarchitekturen auf die Kreislaufführung zu bewerten. Hierfür sollen Abhängigkeiten zwischen Produktarchitekturen und den Prozessen der Rückführungslogistik analysiert werden, um die wirtschaftlichste und ökologisch günstigste Kreislaufstrategie zu ermitteln. Im Fokus des Forschungsprojektes steht die Produktgruppe der Haushalts- und Haustechnikgeräte.
Das Forschungsprojekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert. Im ersten Arbeitspaket werden die Prozesse und Kosten der vorwärts- und rückwärtsgerichteten Logistik analysiert. Parallel dazu erfolgt im zweiten Arbeitspaket eine Produktarchitekturanalyse von Haushalts- und Haustechnikgeräten. Im dritten Arbeitspaket werden die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Rückführungslogistik und Produktarchitekturen untersucht. Darauf aufbauend soll ein Vorgehensmodell zur Ermittlung des geeigneten Rückführungslogistik-Prozesses in Abhängigkeit der Produktarchitektur entwickelt werden. Im fünften Arbeitspaket wird das Vorgehensmodell in einem Software-Tool umgesetzt und evaluiert.
Das IGF-Vorhaben 01IF24714N der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. wird über das DLR im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert