
PEAK – Planungsmodell zur Entscheidungsfindung des Automatisierungsgrads in der Kommissionierung
Das stetige Wachstum des Onlinehandels erhöht die Anforderungen an die Intralogistik. Besonders die Kommissionierung verursacht hohe Kosten und ist stark personalintensiv. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel die Situation, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Automatisierung, insbesondere durch mobile Roboter (FTF), bietet daher großes Potenzial zur Effizienzsteigerung.
Am Markt gibt es aktuell eine Vielzahl an Lösungsalternativen sowohl für robotische Systeme als auch für bereits etabliertere automatisierte Systeme wie beispielsweise Automatische Kleinteilelager. Existierende Planungsrichtlinien und Leitfäden für Kommissioniersysteme gehen jedoch nicht darauf ein, wie aus all den am Markt verfügbaren Systemen ein für die eigenen Anforderungen optimales System ausgewählt werden kann.
Ziel des Forschungsprojekts PEAK ist es, eine anbieterunabhängige Untersuchung aller gängigen Kommissionierverfahren zu ermöglichen, sodass interessierte Unternehmen eine neutrale Empfehlung für das für sie optimale System erhalten können. Hierfür wird ein simulationsbasiertes Planungstool entwickelt, das auf Grundlage der vorhandenen Artikel- und Auftragsstruktur, der baulichen Gegebenheiten sowie des zur Verfügung stehenden Personals eine optimale Konfiguration des Kommissioniersystems ermittelt.
Das Forschungsprojekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert. Im ersten Arbeitspaket erfolgt die Eingrenzung der relevanten Kommissionierverfahren. Darauf aufbauend werden im zweiten Arbeitspaket Freiheitsgrade für die Konfiguration und den Betrieb der Kommissioniersysteme identifiziert. Im dritten Arbeitspaket erfolgt die Modellierung und Implementierung der ausgewählten Kommissioniersysteme in eine Untersuchungsumgebung in Form einer ereignisdiskreten Simulation. Anschließend werden im vierten Arbeitspaket die entwickelten Modelle validiert und Parameterstudien durchgeführt. Im fünften Arbeitspaket werden auf Grundlage der Simulationsergebnisse relevante Parameterbereiche zur Entscheidungsfindung identifiziert. Abschließend wird im sechsten Arbeitspaket ein Demonstrator zur Unterstützung der Entscheidungsfindung entwickelt.
Das IGF-Vorhaben 01IF23717N der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. wird über das DLR im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.