Circulytics - Intelligente Datenanalyse für die zirkuläre Produktion
Motivation
Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Produkte, Materialien und Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten und stellt damit ein zentrales Element des nachhaltigen Wirtschaftens dar. Insbesondere das sogenannte „Remanufacturing“, bei dem gebrauchte Produkte industriell auf Neuteilqualität wiederaufbereitet werden, ermöglicht eine Harmonisierung zwischen ökonomischem Handeln und Ressourcenverbrauch. Der Übergang in die Kreislaufwirtschaft wird jedoch durch qualitätsabhängige Prozessabläufe in der Wiederaufbereitung erschwert. Variable Prozesszeiten und Ressourcenanforderungen, die durch Qualitätsschwankungen der eingehenden Produkte verursacht werden, erschweren die Prozessstandardisierung und die Schaffung von Prozesstransparenz.
Zielsetzung und Lösungsvorgehen
Das Projekt „Circulytics“ zielt darauf ab, die Wirtschaftlichkeit der Wiederaufbereitung durch den Einsatz digitaler Technologien zu steigern. Der integrierte Ansatz verbindet die Produktqualitätsbewertung im Wareneingang mit der Ressourcenplanung in einem digitalen System, um eine datengesteuerte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Hierzu erfasst ein intelligentes System mittels KI-gestützter Klassifikation automatisiert Verschleißmerkmale und Beschädigungen im Wareneingang. Mittels eines Ressourcen-Monitoring-Frameworks werden im folgenden Prozess die (schwankenden) Zeitaufwände dokumentiert und unter Nutzung eines digitalen Zwillings mit den Qualitätsdaten kombiniert. Dies ermöglicht nicht nur die Simulation verschiedener Wiederaufbereitungsszenarien, sondern auch die Optimierung der Prozessabläufe. Sämtliche Daten werden während des Prozesses über eine Datenintegrationsplattform mit standardisierten Schnittstellen verwaltet, wodurch eine durchgängige Nachverfolgbarkeit im gesamten Wiederaufbereitungsprozess gewährleistet ist. Schließlich werden datenbasierte Geschäftsmodelle entwickelt, die durch eine transparente Ressourcenallokation eine ganzheitliche Optimierung unterstützen, beispielsweise durch qualitätsabhängige Rücknahmeprogramme.
Das Projektkonsortium
Das Projektkonsortium besteht aus sowohl aus Industrie- als auch wissenschaftlichen Experten und umfasst neben dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften fünf weitere Firmen. Experten aus dem Bereich der Geschäftsmodellierung (roeren), kamerabasierten Qualitätsdatenerfassung (INOYAD), Ressourcendatenerfassung (FAUSER), Datenanalyse (INWT) und digitaler Zwillinge (iwb) wirken zusammen, um die Herausforderungen unseres Anwendungspartners DEUTZ, in Kooperation mit dessen Digitalisierungs- und KI-Experten, sowie weiterer unterbeauftragter Partner zu lösen.
| Laufzeit | 01.02.2026 - 31.01.2029 |
| Projektvolumen | 5,7 Millionen Euro |
Das Projekt wird im Rahmen des GreenTech Innovationswettbewerbs durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

