RegioFab – Regionales Fabrik-Sharing zur Steigerung von Resilienz und Nachhaltigkeit der Wertschöpfungsketten von KMU
Das Projekt RegioFab möchte Ansätze entwickeln, wie produzierende Unternehmen mit überschüssigen Fertigungskapazitäten und Unternehmen mit Kapazitätsengpässen regional zusammengeführt werden können. Die Entwicklung, Implementierung und Nutzung von regionalem Fabrik-Sharing kann perspektivisch die Widerstandkraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen. Das Ziel des Vorhabens besteht darin, KMU Handlungsoptionen aufzuzeigen, mit denen sie ihre Resilienz und Nachhaltigkeit stärken und fundierte Entscheidungen treffen können – als Alternative zu globalen Lieferketten und den damit verbundenen Abhängigkeiten.

Motivation
In den vergangenen Jahrzehnten hat die starke Globalisierung von Produktions- und Lieferketten die Anfälligkeit deutscher Unternehmen für Krisen und Störungen deutlich erhöht. Besonders KMU leiden unter fehlender Flexibilität, geringe Ressourcenverfügbarkeit und mangelnder Transparenz in ihren Prozessen. Regionale Wertschöpfungspartnerschaften bieten hier Potenzial, Resilienz und Nachhaltigkeit durch kürzere Lieferwege, höhere Effizienz und ökologische Vorteile zu stärken. Zugleich stehen Start-ups vor der Herausforderung, physische Produkte ohne hohe Investitionen und eigenes Produktions-Know-how wettbewerbsfähig herzustellen. Outsourcing ins Ausland birgt jedoch Risiken wie Lieferverzögerungen und Wissensverlust. Daher sind neue, regionale und kollaborative Produktionsansätze erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit insbesondere von KMU und Start-ups nachhaltig zu erhöhen.
Zielsetzung
Ziel ist die bedarfsgerechte Konzeption, Entwicklung, Modellierung und prototypische Entwicklung eines regionalen, digitalen Fabrik-Sharing-Ansatzes. Dadurch sollen produzierende Unternehmen, welche freie Produktionskapazitäten aufweisen, verbunden werden mit Nachfragern, insbesondere Startups und KMU, die keine oder kaum eigene Produktionskapazitäten vorhalten.
Dies soll ermöglicht werden, indem eine digitale Matchmaking-Plattform zur effizienten und flexiblen Kapazitätsplanung entwickelt und erprobt wird. Durch die gemeinsame Nutzung regionaler Produktionsressourcen sollen insbesondere KMU in die Lage versetzt werden, ihre Produktionsprozesse resilienter und nachhaltiger zu gestalten. Ergänzend sollen Methoden zur Bewertung und Verbesserung des Fabrik-Sharing-Konzepts hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit sowie seiner Wirkung auf die Resilienz von Wertschöpfungsnetzwerken entwickelt und angewendet werden.
Ziel des iwb im Projekt ist die Entwicklung fundierter methodischer Ansätze zur Analyse und Verbesserung der Nachhaltigkeit von Produktionsprozessen in KMU-orientierten Wertschöpfungsnetzwerken.
Im Fokus steht dabei die ganzheitliche Bewertung ökologischer Auswirkungen durch Lebenszyklusanalysen (LCA), die Erweiterung der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) um ökologische und resilienzbezogene Kriterien, die Durchführung von Benchmarking-Verfahren zur Identifikation von Effizienz- und Nachhaltigkeitspotenzialen sowie die Entwicklung von Strategien zur Bewertung und Reduzierung transitorischer Nachhaltigkeitsrisiken. Damit werden zentrale methodische Grundlagen geschaffen, um die Umweltverträglichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit regionaler Produktionsnetzwerke nachhaltig zu stärken.

| Laufzeit | 01.01.2025 bis 31.12.2027 |
| Verbundpartner | Fiber Engineering GmbH, Maus GmbH, Plus Manufact GmbH, Schäfer Kunststofftechnik GmbH, 4flow SE, Hochschule Karlsruhe (HKA) – Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN), Technische Universität München (TUM) – Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) |
| Projektträger | Projektträger Karlsruhe (PTKA) |
| Förderer | Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ in der Fördermaßnahme „Dynamische Wertschöpfungsnetzwerke im turbulenten Umfeld – Aufbau von Resilienz in produzierenden Unternehmen (Resipro)“ |