Klimakammer
Die Klimakammer des Lehrstuhls für Ergonomie ermöglicht die präzise Reproduktion kontrollierter und reproduzierbarer Umgebungsbedingungen über einen großen Bereich an klimatischen Randbedingungen. Der einstellbare Temperaturbereich reicht von −60 °C bis −30 °C, während die relative Luftfeuchte im Bereich von 10 % bis 90 % rF geregelt werden kann. Dadurch lassen sich sowohl extreme Winter- als auch Sommerbedingungen sowie unterschiedliche Feuchtegrade realitätsnah und stabil nachbilden.
Die Anlage ist speziell für die Untersuchung der thermophysiologischen Prozesse und der thermischen Belastung des Menschen unter definierten Umgebungsbedingungen sowie für die Analyse des thermischen Komforts und der Energieeffizienz in Fahrzeuginnenräumen ausgelegt. In der Kammer ist ein B-Segment-Fahrzeug-Mockup mit seriennaher Innenraumgeometrie integriert, das mit einem Mehrzonen-HVAC-System ausgestattet ist. Die Regelung der HVAC-Parameter wie Zulufttemperatur und Luftvolumenstrom erfolgt automatisiert über eine Python-basierte Steuerungsumgebung, wodurch sowohl stationäre als auch transiente Klimaszenarien realisiert werden können.
Eine zentrale Messtechnik des Labors ist ein selbst entwickelter segmentierter Klimadummy, der mit hochauflösenden Temperatursensoren ausgestattet ist. Dieser ermöglicht die detaillierte Erfassung der lokalen thermischen Belastung verschiedener Körperregionen und dient zugleich als Grundlage für die Kopplung mit thermophysiologischen Modellen sowie mit CFD-basierten Digital-Twin-Simulationen.
Der Forschungsschwerpunkt des Labors liegt auf der ganzheitlichen Analyse des thermischen Komforts und der thermischen Belastung von Fahrzeuginsassen unter realitätsnahen, dynamischen und räumlich nicht homogenen Bedingungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung und Validierung energieeffizienter Klimatisierungskonzepte für batterieelektrische Fahrzeuge. Darüber hinaus werden datengetriebene Methoden des maschinellen Lernens eingesetzt, um prädiktive Modelle zur Echtzeitvorhersage des thermischen Empfindens und des thermischen Komforts zu entwickeln und diese in intelligente Regelungsstrategien zukünftiger Fahrzeuggenerationen zu integrieren.

