Robotische Systeme stellen eine wesentliche Komponente der Medizin von morgen dar und besitzen das Potential, derzeitige Herausforderungen, wie Pflegemangel und steigende Arbeitsbelastungen nachhaltig zu kompensieren. Trotz verfügbarer Technologien steht die Anwendung bislang jedoch aus, was den besonderen Anforderungen im Gesundheitswesen geschuldet ist. So stellt etwa die stationäre Krankenversorgung ein hochdynamisches und überaus komplexes Tätigkeitsfeld dar, das durch besondere Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Hygiene und Ethik geprägt ist. Im Gegensatz zu vielen industriellen Anwendungen müssen Robotersysteme hier direkt mit Personen interagieren und müssen sich in menschlich geführte Prozesse assistierend einfügen.
Zielsetzung:
Im Rahmen von KIRA-med wird einen sprachgesteuerter robotischer Assistent für Routinetätigkeiten auf der Patientenstation entwickelt. Hierbei liegt der Fokus der robotischen Assistenz auf der direkten physischen Interaktion mit Pflegefachkräften während der Durchführung patientennaher Tätigkeiten. Das Roboter-Verhalten kann dabei per natürlicher Sprachinteraktion dynamisch an die Erfordernisse verschiedener Situationen der klinischen Routine angepasst werden.
Wissenschaftliche Fragestellungen:
Wie sieht eine intuitive und effiziente natürlichsprachlicheSteuerung von Assistenzrobotern im Kontext der stationären Patientenversorgung aus (Sprache,Informationsmenge, Timing, Feedback, Kontextverstehen)?
Können durch eine Integration mit LLM-gestützterSprachinteraktion bestehende Potentiale der Assistenzrobotik für die stationärePatientenversorgung nutzbar gemacht werden und führt dies zu einer quantifizierbaren körperlichen undkognitiven Entlastung des Fachpersonals in der Routineversorgung?
Wie kann erreicht werden, dass dasVerhalten des Roboters für die Anwender transparent ist und jederzeit unmittelbar korrigiert werden kann?