Alternative Bedienkonzepte

Work Based Organizing. Arbeitshandeln im Zentrum resilienter Organisationsgestaltung (WBO)
Projekttyp: Gefördert durch das BMFTR
Forschungsfeld: Arbeitswissenschaft, Organisationsgestaltung, Mensch-Technik-Organisation, Resilienz, Lean Ergonomics
Ansprechpartner: Johannes Pannermayr
Projektzeitraum: 01/2026 – 01/2028
Projektpartner: Grötschel GmbH, CAS Software, Ringfoto, Honasco, ISF München, fortiss, GAB, trilogIQa
Webauftritt: workbased.org
Ausganssituation
Unternehmen im produzierenden Gewerbe und in wissensintensiven Dienstleistungen stehen zunehmend unter Druck, ihre Wertschöpfung unter Bedingungen wachsender Komplexität, Digitalisierung und globaler Unsicherheiten neu zu organisieren. Technologische Innovationen, neue Organisationsformen und steigende Anforderungen an Flexibilität führen häufig zu Fehlanpassungen zwischen realer Arbeitspraxis, formalen Prozessen und technischen Systemen. Dies kann zu Ineffizienzen, erhöhter Arbeitsbelastung und einer geringeren organisatorischen Resilienz führen. Gleichzeitig fehlen praxistaugliche Modelle und Werkzeuge, mit denen Wertschöpfung systematisch vom konkreten Arbeitshandeln her gestaltet und empirisch untersucht werden kann.
Zielsetzung
Ziel des Projekts Work Based Organizing (WBO) ist die Entwicklung und Erprobung eines Organisations- und Gestaltungsansatzes, der Wertschöpfung, Arbeitsorganisation und Technikgestaltung konsequent vom Arbeitshandeln aus denkt. Dabei sollen Strukturen, Prozesse und Technologien so gestaltet werden, dass sie Beschäftigte entlasten, Innovation fördern und die Resilienz von Organisationen stärken.
Konkret dient das Projekt dazu:
- Methoden zu entwickeln, mit denen Arbeitsprozesse, Rollen und Schnittstellen zwischen Mensch, Technik und Organisation systematisch analysiert und verbessert werden können.
- Konzepte zur Kompetenzentwicklung und Befähigung von Beschäftigten zu erarbeiten, um eigenverantwortliches und kreatives Handeln in dynamischen Arbeitsumgebungen zu unterstützen.
- Technische und organisatorische Werkzeuge bereitzustellen, die Unternehmen bei der Identifikation von Verbesserungs- und Anpassungsbedarfen in ihren Wertschöpfungsprozessen unterstützen.
- Übertragbare Lösungsansätze zu entwickeln, die insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen, ihre Organisation resilient und zukunftsfähig zu gestalten.
Vorgehen und Methoden
Das Projekt verfolgt einen interdisziplinären und anwendungsorientierten Ansatz, der arbeitswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und technische Methoden kombiniert. Die methodische Grundlage bildet die enge Zusammenarbeit von Forschungspartnern, Beratungseinrichtungen und Unternehmen in realen Anwendungsszenarien.
Zentrale Elemente des Vorgehens sind:
- Empirische Analyse von Arbeitsprozessen: Untersuchung von Arbeitsabläufen, Rollen und organisationalen Strukturen, um Fehlanpassungen zwischen Arbeitspraxis, Technik und Organisation sichtbar zu machen.
- Partizipative Gestaltung: Einbindung von Beschäftigten und Führungskräften in Workshops und Entwicklungsprozesse zur gemeinsamen Erarbeitung neuer Organisations- und Arbeitsformen.
- Entwicklung technischer und methodischer Werkzeuge: Aufbau eines modularen Toolkits, das Analyseinstrumente, Handlungsleitfäden, Gestaltungskonzepte und Befähigungsformate umfasst. Dazu gehört auch ein digitales Assistenzsystem zur Prozessanalyse und Bewertung organisationaler Abläufe.
Erprobung in realen Anwendungsszenarien: Prototypische Umsetzung und Evaluation der entwickelten Ansätze in unterschiedlichen betrieblichen Kontexten aus Produktion und Dienstleistung, um Wirksamkeit und Übertragbarkeit sicherzustellen.
