Präsenz, Aufmerksamkeit und Slider-Training in der Prozessvisualisierung (PAST-P)

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht den Einfluss förderlicher Faktoren im Sinne des Beanspruchungs- und Belastungskonzepts bei der Visualisierung von technischen Prozessen. Als Fallbeispiel dient dabei der kontinuierliche Prozess der Hydraulikpresse bei der Herstellung von Holzwerkstoffplatten (z.B. Spanplatten). Die Untersuchung wird mittels eines Laborexperimentes durchgeführt, in dem unterschiedliche Problemsituationen dargestellt werden.

Die zu untersuchenden Prozesse sind regelungstechnisch bisher nicht mit vertretbaren Kosten analysierbar und es besteht kein vollständiges Prozessmodell, so dass der Operator korrigierend in den technischen Prozess eingreifen muss. Seitens des Operators besteht lediglich ein unvollständiges mentales Modell des Prozessverhaltens. Während des Prozesses muss über längere Zeit Aufmerksamkeit aufrechterhalten werden, um Fehler in einem Vigilanz-Paradigma (unperiodisches, unvorhersagbares und plötzliches Auftauchen von Signalen) schnellstmöglich zu entdecken und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die benötigte Aufmerksamkeit wird in diesem Projektantrag als multiple spezifische Ressourcen aufgefasst und zusammen mit dem Belastungs-/Beanspruchungskonzept modelliert. Es werden sowohl förderliche (Präsenz und Interaktion sowie Erfahrung) als auch beeinträchtigende Faktoren (Art der Aufgabe, Nebentätigkeiten) angenommen. Diese Faktoren sollen im Projekt untersucht werden, um die Überlegenheit von 3D-Visualisierung (Surface Plot) gegenüber 2D-Visualisierungen zu erklären.

 

Vor allem die Untersuchung des Einflusses auf die Fehlerrate macht zwei Punkte deutlich: Der Vorteil von 3D zeigt sich zum einen nur bei einer entsprechenden Komplexität der Problemstellung und zum anderen nur durch die Interaktion mit der 3D-Szene, d.h. das Drehen oder Verschieben usw. von Diagrammen.

Bei der Reaktionszeit zeigt sich dagegen kein Vorteil durch 3D, aber auch kein Nachteil. Die Versuchspersonen in der 3D-Umgebung, auch in Kombination mit Interaktion, benötigen nicht mehr Zeit für die Reaktion auf eine problematische Situation. D.h., Interaktion kann nicht als Doppelaufgabe gewertet werden.

Kontakt

  • Dr.-Ing. Dorothea Pantförder